seit 01.10.2006

Sternwarte Sömmerda         Knut Schäffner

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      Update : 18.07.2009              

Eine Rolldachsternwarte 

Der Traum einer eigenen Sternwarte ist wohl mit das Grösste was ein kleiner Hobbyastronom haben kann. Ihn wahr werden zu lassen ist was anderes. Glück ist wohl eine entscheidende Sache. Nach unserem Umzug aufs Land und Dank eines netten Nachbarn, ergab sich die Gelegenheit nun endlich! Auf einer Betonplatte ca. 3 x 7m sollte nun mein Traum wahr werden. Ich konnte es kaum fassen. Nun war es also soweit. Jetzt die grosse Frage - was will ich bauen ??? Kuppel nein - zu teuer und das “Schlitzgekuke” ist nichts. Eine Hütte mit Schiebedach wäre doch was. Viele Sternwartenkonstukteure vor mir sagten der Umbau einer Blockbohlenhütte sei schwierig u.s.w.! Aber dieser Schritt schien mir nicht so. Ich fand einen günstigen Anbieter ( Fa. Steinhauer ), die eine 50 mm Blochbohlenhütte mit 2,50x2,50 m für 1800 Euro verkaufte. Ich bestellte eine solche mit einem Blockbohlenkranz mehr und besorgte mir schon mal eine Stahlsäule für das Herzstück der Stewa. Ein Rohr aus dem Stahlgrosshandel mit 219 mm Durchmesser und 1.40 m lang, Wandstärke 6 mm und “sau schwer”, wie ich dann feststellte.

Ein Ausschnitt für die Montischraube wurde eingefräst und eine gedrehte Stahlplatte sowie eine Abschlussplatte 300mm x 300mm wurden angeschweisst.

Das Haus wurde pünktlich geliefert und war feinsäuberlich auf eine Pallette geschlichtet. Zwei Tage später bauten mein Sternfreund Rüdiger Mattausch und ich das Haus auf der Betonplatte gegenüber meines Hauses auf. Den Boden deckte ich mit einer Plane und Betumenstreifen vor dem Bau ab.

Der Aufbau verlief nach Plan. Die Besonderheit war nur, daß ich 2 Bohlen vorher beim Schreiner in zwei Hälften zersägen lies. Das H a u s konnten und mussten wir in einem Stück aufbauen damit das Dach auch im Winkel zum Rest des Hauses steht. Das obere Teil sicherten wir vorerst mit Stahlplatten von innen mit dem unteren Teil ab. Später wurden sie wieder entfernt und das Dach mit einem Stahlstempel mit Gewinde ( aus dem Baugewerbe ) angehoben, um die Rollen und Aluschienen anzuschrauben.

Die Arbeiten wurden am 10.12.2002 von 8 Uhr bis 16 Uhr bei - 5 °C abgeschlossen.

Am nächsten Tag baute ich das Gestell für die Dachschiebekonstruktion auf mit 80er Balken und jeder Menge Schlossschrauben.
Das konnte ich mit meinen beiden Freunden “Schraub und Zwinge” bestens erledigen. Jetzt waren alle Aussenarbeiten abgeschlossen und an den folgenden zwei Tagen plante ich den Innenausbau d.h. das Verstreben und Verstärken des Daches sowie die Fussbodenverstrebung und die Aufstellung der Säule. Am darauffolgenden Wochenende wollte ich mit meinem Arbeitskollegen das Dach anheben. Mit Muskelkraft allein war da nichts zumachen, es war einfach zu schwer. Mein Nachbar hatte aber die Idee das Dach auf zweimal anzuheben. Mit Hilfe eines Stempels vom Bau. Diesen klemmten wir unter die Dachverstrebung und drehten den Stempel auf 15 cm herauf. Zwischenzeitlich legte mein Kollege Reststücke des Holzes unter und in zwei Zügen war das Dach abgehoben. Die 6 Stück 100 mm Duchmesser Bockrollen konnten untergeschraubt werden. Jetzt wurden noch die Aluschienen 40 x 40 x 2 mm auf die untere Bohle aufgeschraubt und die Schienen zueinander ausgerichtet. Am Anfang und Ende wurde mit Holzresten und Stahlwinkel ein Stopper fürs rollende Dach angebracht. Jetzt konnte das Dach an seinen Platz zurück. Langsam schraubten wir es wieder herrunter..... es passte wie der “A... auf den Eimer”und rollen konnte es auch relativ einfach, wenn man ersteinmal die Trägheit überwunden hatte.

Eine Sturmsicherung baute ich auch ein. An vier längeren Schlossschrauben schob ich je einen Spannbolzen auf, sicherte den mit einer Flügelmutter und hängte ein Stahlseil 5 mm Durchmesser ein, welches am Boden mit einer Ringschraube verankert wurde. So kann man das Haus und das Dach am Bode n fests pann en und auch das “arbeitende” Holz ausgleichen ( Sommer - Winter ). Jetzt konnte ich den Holzfussboden ( Nut und Feder ) verlegen. Die Kabel für die Stromversorgung legte ich schon ein und eine kleine Klappe im Fussboden versteckt die Anschlüsse für das Teleskop. Am Schluss wurde der Holzboden mit Filzplatten ausgelegt und Abschlussleisten am Boden angebracht. Ein Tisch für den Laptop und ein Regal baute ich gleich ein. Mit der gelieferten Ersatztbohle schloss ich den Spalt am Hauseingang und mit Fichtenbrettern den Rest um das Haus herum.
Im Haus wird es auch nicht sonderlich feucht, da die Luft duch den Boden und die restlichen kleinen Spalten am Dach wunderbar zirkulieren kann.

Im Januar 2003 wird dann das Teleskop eingebaut und eingenordet.

Das ganze Haus wurde auch mit einer sicheren Alarmanlage versehen für die die ohne mich beobachten wollen. Wer sich das ganze mal ansehen möchte ist herzlich eingeladen.

Ach ja : All die Zungen die behaupten es wäre nicht möglich ein Fertighaus umzubauen und das ganze sternwartentauglich zumachen, seien gestraft ! Es ist überhaupt kein Problem wenn man alles gut plant. Alle restlichen Bauteile sind vom Praktiker Baumarkt und kosten ca. 250 Euro. Eine Stichsäge, ein Bohrhammer, eine Handkreissäge, ein Akkuschrauber, Bohrmaschine und ein paar speziell lange Holzbohrer und Schraubzwingen ( 4 Stück ) !! ist alles was man braucht. In 6-7  Tagen steht dann die Rolldachsternwarte komplett mit Einrichtung !!

Wer ebenfalls so einen Umbau eines Holzhauses vor hat, ruft mich einfach an und ich gebe gern alle genauen Tipps.

Handy : 0172 / 8159028